Die Muse träumt von edlen Herren,
Ins Dickicht sie hineinzuzerren.
Schon naht ein Prinz. Sie schläft doch nicht?
Wir wissen nur: Sie räkelt sich.
 
Ein Kleid verrät die hellen Hüften.
Doch wer vermag dies Rätsel lüften?
Ein Wind aus Dünen, abendlich,
Hat leichtes Spiel. Sie räkelt sich.
 
Zwei spitze Augen klopfen frech
An eine Wanne, die aus Blech,
Darinnen sie. Sie wird doch nicht
Entsteigen? Nun … sie räkelt sich.
 
Ein Schurke wollte sich empfehlen
Ihr räkelrecht das Herz zu stehlen.
Am Galgen baumelt nun der Wicht.
Sie schaut von fern und räkelt sich.
 
Odysseus, wärst du fort geblieben!
Hast dich am Mast längst aufgerieben.
Nicht nur Gesang verführte dich!
Sie kichert spitz und räkelt sich!
 
Im Südatlantik schwimmt ein Riff
Aus Eis – hindurch ein Kreuzfahrtschiff,
Es kracht im Stahl, der Rumpf zerbricht!
Im Rettungsboot: Sie räkelt sich.
 
Man denkt: So eine Bücherei,
Die sei von eitler Störung frei.
Da flackert schon das Leselicht,
Die Muse rutscht und räkelt sich.
 
Die allgemeine Sittlichkeit
Ist gen Erato nicht gefeit.
Lädt man sie vor ein Strafgericht,
Auf harte Bank. Sie räkelt sich.
 
Entgegen jener Antoinette,
Gezerrt des Nachts aus ihrem Bett,
Entmutigt sie der Kerker nicht,
Die Pritsche quietscht: Sie räkelt sich.
 
Sogar noch unterm Köpfehobel
Herzeigt sie ihre Glieder nobel.
Und wie das Beil herunterbricht,
Was tut sie noch? Sie räkelt sich.
 
EPILOG:
 
Der Weltgeist stopft sich ein paar Essen,
Pafft Schlot um Schlot erinnerlich.
»Was wollte ich noch gleich vergessen«?
Er hustet kurz. Sie räkelt sich.