Sudelseite

Verse und andere Gereimtheiten

Kategorie: Schüttelreim (Seite 2 von 6)

24

FESTGELEIT #24

Viel Schnaps und Biere, eilig habend,
So überlebt man Heiligabend!

NA SOWAS #23

Die Elche längs im Schnee gereiht:
Da kam vorbei ein Reh geschneit.

DER MISTELZWEIG #22

Es mopst uns, was die Neigung zweckt,
Die unter der Verzweigung neckt.

FESTFETISCH #21

Die schönen Zungen locken sehr.
Am Ende hängen Socken leer.

ABLASSHANDEL #20

Der Sack ist für das Kind beschwert,
Worauf es sich geschwind bekehrt.

EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE #19

Wo die Moral sich dreist ergeht,
Obwohl es sich um Geister dreht!

WEIHNACHTEN Á LA STRUWWELPETER #18

Zur Strafe steht der Bube starr:
Den Hintern in der Stube bar.

MADE IN CHINA (HEILIGER MEHRWERT) #17

Wer sich vom Festgewese nährt,
Dem mehret ein Chinese Wert.

STILLE NACHT #16

Schon schauert es hier liederweise.
Ach wären sie nur wieder leise.

WUNDER #15

Dem Dicken hilft Finesse immer,
Sonst passt er durch die Esse nimmer.

JET SET SANTA #14

Wer macht denn hier im Winter Halt?
Denkt Ruprecht sich im Hinterwald.

IRDISCHES SCHWEBEN #13

Es lässt die Weihnachtsengel beben
So mancher Erdenbengel eben.

DIE FABEL VOM GESCHENK #12

Der Hase hat den Schnee gerüffelt,
Woran zuletzt ein Reh geschnüffelt.

ERZIEHUNGSMETHODE #11

Noch immer auf Bewährung scheint
Das Kind, das zur Bescherung weint.

ROSINENPICKEREI #10

Des Sinn nach eitel Schmollen steht,
Wer einen Dresdner Stollen schmäht.

SACKGANG #9

Verzicht auf die Geschenke lohnt,
Weil ’s Ruprecht die Gelenke schont.

SCHAUSPIELER #8

Die meisten Nikoläuse machen
Die Kinder froh, weil Mäuse lachen.

STILLE MACHT #7

Knecht Ruprecht hat ganz altbewährt
Sein Schneegespann im Wald beehrt.

HEILIGER HASE #6

Es wär der Weihnachtsfeier Ende
Wo einer Ostereier fände.

ZEIT DER BARMHERZIGKEIT #5

Es flieht, was man Almosen heißt,
Durch Löcher in den Hosen meist.

JESUS #4

Wer narrt uns hier mit böser List,
Dass du unser Erlöser bist?

WEIHNACHTSZAUBER #3

Weshalb im Schnee die Brezel raucht?
Als ob es so ein Rätsel braucht!

ABENDLAND #2

Sie beten, dass die heile Welt
Noch eine kleine Weile hält.

STRAFE MUSS SEIN #1

Knecht Ruprecht ließ die Gerte walten,
Zumal für ihn noch Werte galten.

Schüttelfest

Der Schüttelreim ist eine weihnachtliche Gattung. Er funkelt auch ohne Inhalt. Etwas Lametta, ein paar Kerzen und die Tanne strahlt. Aber Vorsicht:

Er schickt sich in versteckte Pflicht,
Wie er ins Unbefleckte sticht.

Ab dem 1. Dezember öffnet sich auf der Sudelseite jeden Tag eine Tür.

Ein Dutzend Widersprüche

GIFTMISCHER
Die Freunde der gesüßten Worte
Sind Kerle meist der wüsten Sorte.

PERSPEKTIVE
Der Adler breitet seine Schwingen,
Auch wenn im Schlamm die Schweine singen.

VOLKSBÜHNE
Oft spielt er vor Sparkassen Klampfe
Mit einem Lied zum Klassenkampfe.

SOWOHL-ALS-AUCH
Nie stets in einem Schädel einen
Gedanken sich, die edel scheinen.

FAUST, GESCHÜTTELT
Auch jenem sei die Erde Wirt,
Der, dass er auf ihr werde, irrt.

WEIHWASSER
Letztendlich ging des Täufers Saat
Voll auf dann in des Säufers Tat.

ANFÄNGER
Der weiß oft nicht, was Schmerzen heißt,
Der um sich mit dem Herzen schmeißt.

IGNORANZ
Ob andere gescheiter wären?
Den Dummen tut’s nicht weiter scheren.

STAMMGAST
Die Tür stand der Misere offen,
Wo Männer um die Ehre soffen.

IRRLICHTER
Der Wege man zu viele zählt
Von jenen, den’s am Ziele fehlt.

NOTGEBURT
Es schmücken sich die Drögen meist
Mit ihrem Unvermögen dreist.

GRAVITÄT
So lässt des Anstands Schwere eben
Zu guter Letzt die Ehre schweben.

Mottenklage

Wie soll denn unsre Liebe dauern,
Wo um dein Herz nur Diebe lauern?

The Times They Are A Changin

Was schaut man heut aus Nischel-Sicht?
Hammer. Aber Sichel nicht.

Ikarus

Wie hart er aus der Wolke fällt,
Hinein, in was dem Volke Welt!

Django

Mit Gnade war er knapp zu allen.
So ging er hin sie abzuknallen.

Kunstdiebstahl

Das Eintrittsgeld in Summe stahl
Der Künstler. Drum der stumme Saal.

Das Schicksal ist ein Klingelrutscher

Noch eben auf der Schwelle stand
Das Glück, das auf der Stelle schwand.

Zusammenhänge

I PROPHYLAXE

Es meiden die infamen Gäste
Wie Pest die monogamen Feste.

II MÄRTYRER

Wo man sehr streng für Werte büßt,
Da trägt man oft die Bärte wüst.

III ANGLER

Hinsichtlich seiner Triebe lügt,
Wer andre in der Liebe trügt.

IV PRIMAT DER INNENPOLITIK

Gleichwohl die Liebe stören tät ‘s
Dann: Ließ man sich betören stets.

V KÖNIG ALKOHOL

Und nachts in den Spelunken siegt,
Was Tags darauf versunken liegt.

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén