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Verse und andere Gereimtheiten

Kategorie: Epigramm (Seite 1 von 3)

Urlauber a. D.

Ich bin fleißig.
Doch das weiß ich
mit Verdruss:
Weil ich muss.

Der Neid schießt ins Kraut

Ich sitz bequem im Sessel,
Was übelnimmt die Nessel.

Denn:

Kommod ist, aus der Sicht der Nessel,
Das Sofa nicht. Und nicht der Sessel.

Wertgesetz der Eitelkeit

Was du mir bis hier gewährt,
Mindert sicher deinen Wert.
Was du mir bis hier geweigert,
Deinen Wert dann wieder steigert.

Das Zeitfenster

Chronos schmeißt die Läden zu.
Endlich hat er seine Ruh.

Der Eimer

Es geht zwar vielerlei hinein,
Doch einfach ist das Eimer Sein.
Sodass er oft Bestimmung fand
Im Sand. Und noch im feuchten Sand.

Der Binnenschiffer

Er steuert treulich sein Gefährt,
Womit der Fluss bald überquert.
Dahin, dahin. Und wieder zurück.
Das ist sein ganzes Lebensglück.

Die Bonapartemöwe

Die Möwe auf der Mole,
Die sitzt auf ihrem Pfahl.
Und steigt herauf Gejohle,
Dann ist ihr das egal.

Verfolgungswahn

Ein dummer Witz, der glaubte sich umzingelt.
Und steht noch heute hinter der Gardine und er wartet,
Dass es klingelt.

Paradoxon

Mehr als man sich drin befänd
Lebt man hin zu dem Moment.
Ganz als ob sich dessen Sinn
Dann erhellen täte drin.

Vollmondig

Der Vollmond ward im Wein gefunden,
Dort lag er drin, im Glas, ganz unten.
Und keiner wusste ein Gelingen,
Ihn auch nur halb herauszubringen.

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